Einleitung

 

Liebe Freunde,

 

“Es gibt manchmal im Lauf der Welt besondere Augenblicke, wo es sich ergibt, dass alle Dinge und Wesen, bis zu den fernsten Sternen hinauf, in ganz einmaliger Weise zusammenwirken, sodass etwas geschehen kann, was weder vorher noch nachher je möglich wäre. Leider verstehen die Menschen sich im allgemeinen nicht darauf, sie zu nützen, und so gehen die Sternstunden oft unbemerkt vorüber. Aber wenn es jemand gibt, der sie erkennt, dann geschehen große Dinge.“

Mit diesen Worten lässt uns Meister Hora in Michael Ende’s Roman „Momo“ die Einzigartigkeit des Augenblickes erkennen, durch Wahrnehmung des „Jetzt“ Transzendenz zu erfahren.

Über das Phänomen Zeit ist viel erfasst worden, von Platon, Heraklit, Aristoteles, Robinson Crusoe über Hugo von Hofmannsthal bis zu Einsteins Auffassung einer hartnäckigen Illusion, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht unterscheidet.

„Vielleicht ist sie so eine Art Musik, die man bloß nicht hört, weil sie immer da ist. Obwohl, ich glaub, ich hab sie schon manchmal gehört, ganz leise“ sagt Momo. Bedarf es der Musik John Cages, die Stille hinter all dem wahnsinnigen Lärm zu hören?

Nur durch intuitives ganzheitlich künstlerisches Bewusstsein gelingt uns die Überwindung des Chronos, das Entkommen von den grauen Herren mit den verwelkten Zigarren.

Durch die Gabe des Lauschens erfahren wir in der Lektüre Becketts und Prousts, im Anschauen von Dali und Rothko, beim Hören von Musik von Schubert und Lachenmann das Rätsel der Zeit: Unendlichkeit. Denn Zeit ist Leben.


Ihr

Nicolas Altstaedt

 

 
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